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Reise- und Sicherheitshinweis: Peru

Karte
Peru

Stand 16.08.2017
(Unverändert gültig seit: 16.08.2017)

Letzte Änderungen:
Aktuelle Hinweise (Teilentfall)
Allgemeine Reiseinformationen
Redaktionelle Änderungen

Aktuelle Hinweise 

Aufgrund heftiger Regenfälle kam es im März und April 2017 zu starken  Überschwemmungen insbesondere im Norden des Landes. Durch Erdrutsche und überlaufende Flüsse sind Straßen unpassierbar und Wohngebiete beschädigt worden. Betroffen waren vor allem die Provinzen Tumbes, Piura, Lambayeque, La Libertad und Áncash. Auf der Hauptverbindungsstraße in Richtung Süden (und damit in die Hauptstadt Lima) kann es nach wie vor wegen der Installation von Behelfsbrücken und Reparaturarbeiten zu Behinderungen kommen. Mit längeren Fahrtzeiten muss gerechnet werden. Auch beim Flugverkehr in die genannten Provinzen kann es weiterhin zu Behinderungen und Flugausfällen kommen.

Reisende können sich über die Lokalbüros von iPerú, der Touristeninformation Perus, über die jeweilige Situation vor Ort informieren.

Der Vulkan Sabancaya im Süden des Landes ist weiter aktiv. Der in einigen Bezirken der Provinz Caylloma ausgerufene Notstand besteht weiter fort. Für Anwohner in der Region wird regelmäßig  ein sogenannter Aschestreualarm ausgelöst.
Der Vulkan befindet sich ca. 80 km nordwestlich von Arequipa und ca. 30 km südöstlich der Colca Schlucht, beides touristische Ziele in Peru. Bisher kommt es zu keinen Einschränkungen im Reiseverkehr in dieser Region; der Aschestreualarm gilt nicht für die Stadt Arequipa.

Reisende sollten dennoch die lokalen Medien und diese Reise- und Sicherheitshinweise verfolgen, um sich über die neuesten Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten und den Anweisungen der lokalen Behörden Folge leisten. Aktuelle Lageberichte des peruanischen geophysikalischen Instituts IGP in spanischer Sprache sind hier zu finden.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität
In Peru herrscht für Touristen im Vergleich zu den EU-Staaten ein höheres Risiko, Opfer von Diebstählen oder Überfällen zu werden. Auf der Panamericana (Hauptverbindung Nord - Süd) wird seit einiger Zeit, besonders in den Regionen um Ica und Arequipa, ein Anstieg der Überfälle auf Überlandbusse registriert. In Lima wird zu besonderer Vorsicht abends in der Innenstadt geraten. Auf Märkten und in Busstationen sind Diebstähle häufig.

In Cusco wurde zwar ein digitales Video-Überwachungssystem rund um die Plaza de Armas installiert; es wird dennoch empfohlen, besondere Vorsicht walten zu lassen und wie in anderen Städten auch nachts nicht allein zu Fuß durch die Stadt zu gehen.

In einigen Provinzen, z.B. im Tal der Flüsse Ene, Apurímac und Mantaro (auf Spanisch abgekürzt VRAEM), wurde zur Bekämpfung des Drogenanbaus und zur Terrorismusabwehr der Ausnahmezustand verhängt. Polizei und Streitkräfte verfügen über weitreichende Sonderrechte.

Im VRAEM kommt es gelegentlich zu Überfällen bewaffneter Gruppen auf Angehörige und Einrichtungen der Sicherheitskräfte. Eine Gefährdung von Reisenden kann nicht ausgeschlossen werden. Es wird empfohlen, die genannte Region zu meiden. Auch die Strecke von Huánuco über Tingo Maria - Tocache nach Tarapoto und weiter nach Yurimaguas bzw. nach Pucallpa sollte gemieden werden. Dort ist die Gefahr für Überlandreisende besonders hoch.

In der abgelegenen Gegend auf dem Trek Choquequirao-Machu Picchu (Bezirk Vilcabamba) in der Region Cusco kam es 2011 zu mehreren Überfällen schwer bewaffneter, offensichtlich politisch motivierter Gruppierungen auf Touristengruppen. Reisende, die eine Wanderung oder Tour durch diese Gegend planen, werden zu allergrößter Vorsicht aufgerufen. Es wird dringend empfohlen, sich bei der Vorbereitung gewissenhaft mit ortskundigen Personen abzustimmen.

Die Benutzung von Bussen kann besonders in den Gebirgsregionen u. a. aus Sicherheitsgründen nicht unbedingt empfohlen werden. Es gibt häufig  Unfälle von Überlandbussen mit einer großen Anzahl von Toten und Verletzten. Dies betrifft auch die Möglichkeit der Anreise nach Machu Picchu mit dem Bus über Hidroelectrica, bei der unbefestigte Gebirgsstraßen befahren werden.
Sicherer ist die übliche Route der Anreise nach Machu Picchu mit dem Zug über Aguas Calientes.
Landesweit sollten nächtliche Busfahrten grundsätzlich vermieden werden.

Bei Anreise mit Flussschiffen von Pucallpa oder Yurimaguas aus nach Iquitos wird empfohlen, auf die Qualität des Anbieters und der eingesetzten Schiffe zu achten und nur moderne Schiffe zu nutzen. Ansonsten besteht die Gefahr schlechter hygienischer Zustände und schlechter Verpflegung an Bord. In Iquitos sollten Ausflüge in den Urwald grundsätzlich nur bei offiziellen Agenturen gebucht werden und keinesfalls bei informellen Anbietern auf der Straße.

Besonders in Lima, Arequipa und Cusco ist bei der Auswahl der Taxis größte Vorsicht geboten, da bei zahlreichen Verbrechen wie Raub und Vergewaltigung Taxifahrer mit involviert waren. Besonders in den touristisch beliebten Orten gibt es regelmäßige Fälle von sogenannten Express-Kidnappings. Dabei werden die Opfer meistens im Taxi überwältigt und bis zu 24 Stunden festgehalten – in dieser Zeit wird u. a. mit ihren Kreditkarten an Geldautomaten Geld abgehoben. Besonders gefährdet sind Besucher von Diskotheken. Zumeist kann in den Bars und Restaurants kostenlos ein Taxi bestellt werden. Auch Türsteher vor Diskotheken kennen häufig zuverlässige Taxifahrer. Inzwischen sind die meisten Restaurants auch direkt per Funk mit Taxizentralen verbunden, so dass keine Notwendigkeit besteht, ein Taxi von der Straße zu nehmen.

Es wird grundsätzlich empfohlen, nur offizielle, registrierte und wenn möglich telefonisch vorbestellte Taxis zu benutzen, deren Fahrer sich ausweisen können bzw. deren Ausweis sichtbar im Taxi hängt. Nutzer von Smartphones haben außerdem die Möglichkeit, über entsprechende Apps (z. B. Easy Taxi und Taxibeat) Taxis zu bestellen.

Auch nach der Ankunft am Flughafen Lima „Jorge Chavez“, der am Rande der Stadt in Callao liegt, werden leider immer wieder Touristen während des Taxitransfers oder bei Ankunft am Fahrtziel beraubt. Es wird dringend empfohlen, alle Gepäckstücke und vor allem auch Handgepäck und -taschen im Taxi außer Sichtweite von Passanten zu verstauen, da es an verstopften Kreuzungen und roten Ampeln oft zu Überfällen kommt, bei denen die Fensterscheibe des Taxis eingeschlagen wird. Gelegentlich sind Taxifahrer an Überfällen beteiligt. Deshalb wird geraten, den Flughafentransfer nach Lima über die innerhalb des Ankunftsbereichs ansässigen, lizensierten Taxi- und Busgesellschaften zu organisieren und stets wachsam zu sein.

Es wird ferner empfohlen:

  • Immer Aufmerksamkeit walten zu lassen, möglichst nicht allein und vor allem nicht nachts zu reisen bzw. sich nachts nicht allein und immer in gut beleuchteten Straßen und Zonen aufzuhalten;
  • bei Überfällen auf keinen Fall Gegenwehr zu leisten oder die Täter zu provozieren;
  • bei der Wahl der Unterkunft auf Sicherheitsaspekte (Nachtwächter, Hotelsafe, Zimmertelefon) zu achten;
  • bei Bahn- und Busreisen Wertsachen nicht im Handgepäck, sondern am Körper zu tragen; Diebstähle in Bussen und an Busterminals sind weit häufiger als in preiswerten Hotels;
  • Kreditkarten nicht ständig mit sich zu führen, vor allem nicht abends und nachts; nur die benötigte Menge Geld mitzunehmen und Wertgegenstände, Reiseschecks und Dokumente im Hotelsafe zu hinterlegen;
  • Rucksäcke und Taschen nicht über die Rückenlehne von Stühlen in Restaurants oder auf öffentlichen Plätzen zu hängen; Taschen un d Rucksäcke immer dicht am Körper zu tragen;
  • Geld nur in Banken und Wechselstuben zu tauschen sowie das öffentliche Vorzeigen von großen Geldbeträgen oder wertvollem Schmuck und Uhren etc. zu vermeiden;
  • Armenviertel in Großstädten zu meiden;
  • wegen der Verkehrs- und Kriminalitätsrisiken auf nächtliche Überlandfahrten zu verzichten;
  • jede Berührung mit Drogen aller Art zu unterlassen (hohe Strafen, s. u.), Vorsicht walten zu lassen gegenüber Personen, die während der Reise Ihr Vertrauen erwecken wollen, und Gepäck nie unbeaufsichtigt zu lassen;
  • nur Dienstleistungen von bekannten/empfohlenen Reisebüros und Reiseführern in Anspruch zu nehmen und keine Touren auf der Straße zu kaufen; Fremdenführer sich entsprechend ausweisen zu lassen
  • sich für Fragen und Hilfe an die Reiseleiter und/oder die Touristenauskunft und ggf. die Polizei bzw. die Touristenpolizei zu wenden.

Reisen über Land
Im Kampf gegen den Drogenhandel wurde der Notstand um die Distrikte Ramón Castilla und Yavarí in den Grenzgebieten zu Kolumbien und Brasilien erweitert. Mit den ohnehin üblichen Einschränkungen im Reiseverkehr ist durch diese Maßnahmen zu rechnen.

Die von Ecuador nach Chile führende gebührenpflichtige Haupttransitstrecke „Panamericana“ ist durchgehend gut ausgebaut. Reisende, die mit einem Privat-Kfz unterwegs sind, sollten die an den Mautstationen („Peaje“) ausgegebenen Tickets gut aufbewahren. Bei Unfällen oder Pannen steht Reisenden durch die Zahlung der Maut kostenlose Hilfe zu, die Notrufnummern sind auf dem Mautticket abgedruckt.

Im Landesinneren sind einige weitere Hauptverbindungsstraßen gut ausgebaut, in abgelegenen Gegenden sind hingegen auch die Verbindungen zwischen größeren Orten zumeist nicht befestigt und im Hochland gelegentlich – besonders während der Regenzeit in den Sommermonaten November bis April - wegen Erdrutschen nicht oder nur schwer befahrbar.

Von Nachtfahrten mit eigenem PKW wird wegen des Unfall- und Überfallrisikos grundsätzlich abgeraten.

In Peru kommt es landesweit immer wieder regional zu sozialen Unruhen, die schnell eskalieren können. Häufig kommt es zu kurzfristig organisierten und unangekündigten Straßenblockaden und dabei auch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung gegen Reisende. Die Bewegungsfreiheit wird dadurch in den betroffenen Gebieten zeitlich und räumlich stark eingeschränkt. In jüngerer Zeit waren besonders die Regionen um Puno am Titicacasee und Cusco sowie die Region Cajamarca betroffen.

Naturkatastrophen
Peru liegt in einer seismisch aktiven Zone. Es kommt deshalb häufig zu Erdstößen von geringerer Intensität, von Zeit zu Zeit allerdings auch zu stärkeren Beben, so zuletzt am 15. August 2016 in der Provinz Caylloma, wo vier Todesopfer zu beklagen waren. Im August 2007 forderte ein Erdbeben in der Region Ica Hunderte von Todesopfern. Informationen zum Verhalten bei Erdbeben bietet das Merkblatt des Deutschen GeoForschungsZentrums Potsdam.

Starke Regenfälle besonders in den Monaten November bis April können dazu führen, dass Flüsse zu reißenden Strömen werden, Straßen, Brücken und das Gleisbett von Zügen überfluten oder wegschwemmen, Erdrutsche Straßen blockieren usw. Dadurch können Fahrzeuge auf Überlandreisen an der Weiterfahrt gehindert werden oder Ortschaften über mehrere Tage auf dem Landwege nicht mehr zugänglich sein. Auch die beliebte Zugverbindung von Cusco nach Machu Picchu ist gelegentlich betroffen.
Für aktuelle amtliche Wetterwarnungen empfiehlt sich die Homepage des Servicio Nacional de Meteorologia e Hidrologia (entspricht dem Deutschen Wetterdienst): http://www.senamhi.gob.pe/. Bei Naturkatastrophen gibt die staatliche Behörde für Katastrophenschutz (INDECI) aktuelle Hinweise in spanischer und englischer Sprache: http://www.indeci.gob.pe/.

Reisende in Peru sollten die Medienberichte stets aufmerksam verfolgen, sich bei ihren Reisebüros rückversichern und ihre Reiseplanung auch kurzfristig entsprechend anpassen. Die über 30 landesweiten Büros von „iPeru“ (staatliche Touristenauskunft und –assistenz) helfen in der Regel sehr rasch und zuverlässig mit aktuellen Hinweisen weiter.  Erreichbarkeit: 24-Std.-Tel.: +51 1 574 8000, http://www.peru.travel sowie Angebote-des-maklerburos für eine Übersicht der Regionalbüros, E-Mail: i peru@promperu.gob.pe .

Krisenvorsorgeliste
Deutschen Staatsangehörigen wird grundsätzlich empfohlen, sich in der Krisenvorsorgeliste einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

LaCita Reise- und Sicherheitshinweis
Herausgeber: pIL: hudy99
Besitzer: pIL: hudy99
Publiziert am: 01.05.2012 08:17
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